Magdeburger Kunstvereinsvorsitzender Wolfram Stäps erhält Adelheid-Preis 2019

Der Vorsitzende des Magdeburger Kunstvereins „Zinnober“, Wolfram Stäps, wird am 21. Februar 2020 für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement mit dem Adelheid-Preis 2019 ausgezeichnet. Damit würdigt das Preiskuratorium unter anderem das engagierte jahrzehntelange Wirken des Schulleiters der Förderschule „Hugo Kükelhaus“ bei der Förderung von Kunst und Kreativität von Menschen mit und ohne Behinderung.

Wolfram Stäps, der Vorsitzende des Vereins „Zinnober – Offener Kunstverein für Menschen mit geistiger Behinderung“, wird vom Adelheid-Kuratorium als diesjähriger Preisträger für sein langjähriges Engagement ausgezeichnet. Obwohl Herr Stäps sich mit seinem Verein bei unzähligen Institutionen in der Stadt bereits einen Namen gemacht hat, wurde er bislang noch für keine Ehrung vorgesehen.

Seit mehr als 20 Jahren ist Wolfram Stäps im Ehrenamt aktiv, um Menschen mit geistiger Behinderung einen Raum zu bieten und ihrer Kreativität Ausdruck zu verleihen. Nachdem er 1991 die erste Schule für geistig Behinderte in Magdeburg gegründet hatte, traf er auf viele Schüler*innen mit künstlerischer Begabung. Nach einer Ausstellung kam ihm dann die Idee für die Gründung seines Vereins, um Menschen mit Behinderung so ein Setting zu eröffnen, in dem sie genauso sein können, wie sie sind. So entstand 1997 der Zinnober Kunstverein – der einzige seiner Art in Sachsen-Anhalt, da er sich aus den Erlösen von Verkäufen der ansehnlichen Kunstwerke und aus Spenden selbst finanziert. Das „Zinnober“-Atelier befindet sich an der Großen Diesdorfer Straße in der Beimssiedlung; aber auch über die Stadtgrenzen hinaus sind die Künstler*innen und ihre Werke unterwegs. Dabei initiieren sie bundes- und europaweit Ausstellungen und beteiligen sich an Ausschreibungen.

Bei regelmäßigen Ausflügen zu Ausstellungen oder anderen künstlerischen Veranstaltungen in ganz Deutschland suchen die Vereinsmitglieder nach neuen Ideen, aber auch nach Partner*innen und Plattformen. Die „Zinnober“-Künstler*innen sind darüber hinaus Mitglied im Dachverband EUCREA, dem Verband Kunst und Behinderung e.V., der europaweit Outsider-Kunst sammelt.

Der Vereinsvorsitzende Wolfram Stäps sagt: „Ich werde oft gefragt, was ich den Behinderten beibringe. Die Antwort ist: nichts. Ich profitiere eher von ihnen, denn sie malen ihre Bilder ohne Klischees im Kopf einfach aus dem Bauch heraus.“

Beeindruckend bei dieser Arbeit ist vor allem die Art der Selbstverständlichkeit und Bescheidenheit, die Wolfram Stäps mit Blick auf sein Werk vermittelt. Für ihn stehen die Künstler*innen im Vordergrund, nicht seine Person oder die Handicaps der Vereinsmitglieder.

Für dieses soziale Engagement hat das Kuratorium entschieden, Wolfram Stäps mit dem Adelheid-Preis 2019 zu ehren. Die Preisverleihung erfolgt am 21. Februar 2020 im Kaiser-Otto-Saal des Kulturhistorischen Museums im Rahmen eines Festaktes der Landeshauptstadt Magdeburg, zu dem zahlreiche Vertreter*innen sozialer Träger und Vereine erwartet werden.

Hintergrund zum Preis

Mit dem Adelheid-Preis würdigt die Landeshauptstadt Magdeburg jährlich Personen oder Gruppen, die sich durch hervorragendes ehrenamtliches Engagement im sozialen Bereich auszeichnen. Erstmals wurde der Adelheid-Preis durch den Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Magdeburg, Dr. Lutz Trümper, im Jahr 2012 verliehen.

Zum Kuratorium gehören die Beigeordnete für Soziales, Jugend und Gesundheit, Simone Borris, als Vorsitzende, Matthias Boxhorn (Stadtratsfraktion CDU/ FDP), Ehrenstadtrat Hans-Dieter Bromberg (SPD), Nadja Lösch (Stadtratsfraktion DIE LINKE), Julia Bohlander (Stadtratsfraktion Bündnis90/ Die Grünen-future!), Frank Pasemann (Stadtratsfraktion AfD), Roland Zander (Stadtratsfraktion Gartenpartei/ Tierschutzallianz), Evelin Schulz (Stadtratsfraktion Tierschutzpartei/ Bund für Magdeburg), Birgit Bursee (Arbeitsgruppe „Magdeburger Netzwerk bürgerliches Engagement), Mathias Geraldy (Pressesprecher der Stadtsparkasse Magdeburg), Britta Goehring (Kreisarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege) sowie Matthias Borowiak (Vorsitzender Gesundheits- und Sozialausschuss).

Namensgeberin für den Adelheid-Preis ist Kaiserin Adelheid (931 – 999), die zweite Ehefrau Ottos des Großen, die wegen ihres karitativen Wirkens und ihrer Mildtätigkeit bereits zu Lebzeiten vom Volk verehrt wurde. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert als finanzielle Unterstützung sozialer Projekte der Preisträger*innen. Die Bekanntgabe der durch das Kuratorium zur Vergabe des Adelheid-Preises ermittelten Preisträger*in erfolgt jährlich am 16. Dezember anlässlich des Todestages der Kaiserin Adelheid im Jahr 999.

Quelle Text und Bild: Landeshauptstadt Magdeburg

2019-12-20T13:36:14+00:00